Suchen

Chancen, Risiken und Aussichten: Baumeister widmen sich aktuellen Fragen

Branchentreffen Zahlreiche Vertreter des Baugewerbes nahmen gestern in der Hofkellerei am traditionellen Baumeister-Apéro teil. Die Frage nach der Zukunft des Baugewerbes in Liechtenstein stand dabei im Mittelpunkt.

Die Bautätigkeit in Liechtenstein erlebt einen spürbaren Rückgang (das «Volksblatt» berichtete bereits mehrfach). Langfristig betrachtet durchaus noch im Rahmen, zeigt der Trend kurzfristig jedoch nach unten. Dies wirft die Fragen auf, wie viel in Zukunft noch neu gebaut werden wird, wo das Potenzial in bestehenden Bauten schlummert und wo die wirtschaftlichen Herausforderungen und Tätigkeitsfelder der Bauunternehmen in Zukunft liegen. Diesen Fragen widmete sich gestern der diesjährige Baumeister-Apéro des Baumeisterverbandes. Im Zentrum standen dabei zwei zeitgemäs-se Referate von Stefan Bürzle und Harald Beck, die beide bei der Confia AG tätig sind.

Trendwende nicht in Sicht
Stefan Bürzle ist diplomierter Wirtschaftsprüfer und ging in seinem Vortrag auf die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen ein. «Wer gestern erfolgreich war, ist dies nicht zwingend auch zukünftig», mahnte Bürzle und machte deutlich, was er damit meint. Bauvolumen und Baukosten haben merklich abgenommen, ein Trend, der sich auch im ersten Quartal des laufenden Jahres fortgesetzt hat. Auch die Anzahl der Baubewilligungen hat abgenommen, die Anzahl der neu erstellten Wohngebäude ist auf das langjährige Niveau zurückgefallen. Eine Trendwende sei hier nicht in Sicht, so Bürzle. Die öffentliche Hand hält sich – nach einem leichten Anstieg – doch wieder stärker zurück. Die sinkenden Steuereinnahmen des Landes und die rückläufige Anzahl der Unternehmen erschweren die Situation. Und selbst das vor Jahren prognostizierte Bevölkerungswachstum, das der Baubranche durchaus helfen würden, steht auf eher wackligen Beinen. Für die Branche dürfte dies nicht ohne Folgen bleiben. Der Konkurrenzdruck dürfte steigen, Kosten- und Margendruck hätten ohnehin schon zugenommen. Ein insgesamt düsteres Bild – doch Stefan Bürzle zeigte auch Lösungsansätze auf, wie Partnerschaften, Spezialisierung in auch grenzüberschreitenden Nischen, regionale Ausrichtung, Personalabbau und die Sanierung von Altbauten, die in jüngster Zeit häufiger thematisiert wurde.

Rechtzeitig Entscheidungen treffen
«Bauen hört nie auf. Nach dem Neubau ist vor der Sanierung», machte der diplomierte Immobilienökonom Harald Beck in seinem Referat deutlich. Zwei Drittel der Wohngebäude in Liechtenstein seien älter als 25 Jahre. «Bestandesbauten bergen ein grosses Potenzial», so Beck. Allerdings müsse der richtige Weg eingeschlagen werden. So sollten Investitionen nicht ohne Gesamtkonzept getätigt werden und «Pflästerlipolitik» vermieden werden. Die strategische Beurteilung eröffne den nötigen Blick aufs Ganze. «Eine Immobilie verlangt von seinem Besitzer unternehmerisches Bewusstsein und Entscheidungsfähigkeit», verdeutlichte Harald Beck und ergänzte, dass der Alterungsprozess von Gebäuden Realität ist. «Wer ihr ausweicht, macht einen Fehler.»

« Index

Seite drucken | Seite senden

Copyright © Wirtschaftskammer Liechtenstein. Alle Rechte vorbehalten. » Impressum & Datenschutz

www.volksbank.li
Werbung auf Wirtschaftskammer.li