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«Das Verhältnis weiter vertiefen»

 

Nächste Woche befasst sich der Landtag mit dem Kredit von 555 000 Franken für die Teilnahme Liechtensteins als Gastland an der Olma 2016. Jürgen Nigg, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer, ist sich sicher, dass die Investition in die Olma einen attraktiven Zins abwerfen würde.

Herr Nigg, anlässlich der Medienkonferenz vom 30. Oktober haben Sie sich neben der Regierung, den Gemeinden und der LIHK für eine Teilnahme Liechtensteins als Gastland an der Olma 2016 ausgesprochen. Weshalb steht die Wirtschaftskammer Liechtenstein hinter dem Projekt Olma 2016?
Jürgen Nigg: Für den Standort Liechtenstein und die heimischen Betriebe ist es wichtig, dass eine aktive Landeskommunikation sowohl im Inland als auch im Ausland funktioniert und gewährleistet ist. Eine Teilnahme Liechtensteins an der Olma 2016 – direkt vor unserer Tür – kann beitragen, dass das nachbarschaftliche Verhältnis weiter vertieft werden kann.

Inwieweit könnte eine Teilnahme an der Olma 2016 konkret dazu beitragen, dass das nachbarschaftliche Verhältnis zum Kanton St. Gallen und zur Schweiz vertieft wird?
Jürgen Nigg: Gerade die aktuellen Diskussionen mit der Schweiz aufgrund der angenommenen Masseneinwanderungsinitiative und im Hinblick auf die Quellenbesteuerung der Grenzgänger sind zurzeit alles andere als einfach. Ein freundschaftliches Zeichen – auch gegenüber den Tausenden von Fachkräften, die aus der Schweiz kommen – ist sicherlich nicht hinderlich für die weiteren Verhandlungen.

Was für ein Signal würde Liechtenstein an den Nachbarkanton und die Schweiz senden, wenn der Landtag den Kredit nicht genehmigen würde?
Jürgen Nigg: Das ist schwierig zu beurteilen, wie der Einladende, also der Kanton, dies beurteilen würde. Ein Nein zur Quellenbesteuerung der Schweiz würde bei uns Liechtensteinern wohl auch nicht viel Freude bereiten.

Welche Auswirkungen versprechen Sie sich von einer Olma-Teilnahme nach innen und nach aussen?
Jürgen Nigg: Es wäre unter anderem auch ein Dankeschön für die jahrzehntelange Zusammenarbeit im Bildungswesen. Von den derzeitig 1200 Jugendlichen, welche den dualen Berufsweg gewählt haben, absolvieren fast 1000 Lehrlinge die schulische Ausbildung im Kanton St. Gallen. Gute Beziehungen kann man nicht einkaufen wie ein Stück Fleisch, da braucht es geeignete Anlässe dazu. An der Eröffnung der Olma und verschiedenen Anlässen rund um das Thema Gastland finden auch immer zwanglose Treffen mit Politikern und Amtsleitern statt. Mit solchen neuen oder wieder aufgefrischten Beziehungen ist es leichter, einen grenzüberschreitenden Vertrag oder Ähnliches auszuhandeln. Wenn der befreundete Kanton St. Gallen zum Beispiel in Bern in der Angelegenheit von Schweizer Aufenthaltsbewilligungen für Arbeitskräfte für die Liechtensteiner Wirtschaft oder bezüglich der grenzüberschreitenden Dienstleistungen auch für uns Stellung bezieht, ist das mehr als eine Million wert.

Welche Botschaften könnten nach Ihrer Meinung über die bei einer Olma-Teilnahme gebotenen Präsentationsplattformen vermittelt werden? Welche Bedeutung kommt dabei der Sonderausstellung oder dem Umzug zu?
Jürgen Nigg: Meiner Meinung nach ist die Kostenaufteilung zwischen Wirtschaft und Land ein mehr als geeigneter Lösungsvorschlag, gerade auch für die Gegner der Kosten. Vor allem auch wegen der finanziellen Beteiligung von den Wirtschaftsverbänden (LIHK und Wirtschaftskammer) und der Gemeinden spricht doch nichts gegen eine Teilnahme Liechtensteins an der Olma 2016. Liechtenstein hat hier die Möglichkeit, die Olma als Werbefläche zu nutzen und sich als wirtschaftlich attraktiver Nachbar der Schweiz zu präsentieren. Ich bin mir sicher, dass die Investition Liechtensteins in die Olma einen attraktiven Zins abwerfen wird.

Inwieweit könnte das heimische Gewerbe von einem Olma-Auftritt einen Nutzen ziehen?
Jürgen Nigg: Das Gewerbe kann am ehesten profitieren, wenn die Planung und Produktion dieses Events hinsichtlich Aufträgen auch im liechtensteinischen Gewerbe bleiben, hoffentlich auch während der Messe. Grösseren Nutzen neben der erwähnten aktiven Landeskommunikation gegenüber der Schweiz werden sich sicher auch die landwirtschaftsnahen Betriebe erhoffen.

Wie lautet Ihre Empfehlung aus Sicht der Wirtschaftskammer an den Landtag?
Jürgen Nigg: Imagepflege und Produktepräsentation im Ausland gehören einfach zu einem so gut funktionierenden Staat wie Liechtenstein, und die Mitglieder des Hohen Landtags sollten sich dessen bewusst sein.

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