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Wirtschaftskammer warnt im Hinblick auf Lohnnebenkosten vor Stellenabbau

«Wir werden uns wehren!», machte Wirtschaftskammerpräsident Arnold Matt gestern vor den Medien unmissverständlich deutlich. Wieder einmal geht es um die Stabilisierung der Lohnnebenkosten. Alle Betriebe würden derzeit nach Möglichkeiten suchen, um die Fixkosten zu senken. Die Personalkosten stehen hierbei recht weit oben auf der Liste. «Wenn dazu neue beziehungsweise erhöhte Sozialleistungen hinzukommen, wird es sehr sehr schwierig für die Arbeitgeber, den Erhalt der Arbeitsplätze noch langfristig zu garantieren», verdeutlichte Matt. Daher müsse der Staat die guten Rahmenbedingungen erhalten und dürfe die Lohnnebenkosten nicht erhöhen. In diesem Zusammenhang bekräftigte der Präsident der Wirtschaftskammer auch die Forderung, die Arbeitgeberbeiträge für die obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht zu erhöhen: «Bei den jetzigen Vorschlägen werden wir einfach nicht zustimmen und eigene Ideen bringen», kündigte Matt an.

Stellenabbau befürchtet

Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr zog die Wirtschaftskammer ein durchwachsenes Fazit – vor allem im Hinblick auf die Lage im Euroraum. Doch es gibt auch gute Nachrichten: So seien die Auftragsbücher vor allem im Bauhaupt- und Nebengewerbe prall gefüllt. Allerdings sei das Preisniveau sehr viel tiefer als früher und der Preisdruck im Land enorm. Zudem bestehe die Gefahr, dass es ein Überangebot an Wohnungen und Büroräumlichkeiten gebe. «Daher besteht die Gefahr, dass das Baugewerbe – zeitlich versetzt – in eine kleine Krise rutschen könnte, das wäre für den Werkplatz fatal», mahnte Matt und schloss auch hier einen Stellenabbau nicht aus.

GAV gekündigt

Eine überraschende Nachricht präsentierte die Wirtschaftskammer gestern für die Beschäftigten des grafischen Gewerbes. Da mit dem Liechtensteiner Arbeitnehmerverband (LANV) offenbar keine Einigung erzielt werden konnte, wurde der fast 20 Jahre bestehende Gesamtarbeitsvertrag (GAV) auf Ende des Jahres gekündigt. Das Porzellan scheint allerdings nicht komplett zerschlagen zu sein. Wie Remy Näscher gestern betonte, sollen die Verhandlungen für einen neuen GAV wieder aufgenommen werden. «Es geht nicht darum, den vertragslosen Zustand zu missbrauchen, sondern es sollen neue Lösungen gefunden werden», so Näscher. Ein Fragezeichen bleibt hinter der Mitgliederbefragung der Wirtschaftskammer zum möglichen Bürokratieabbau. Ergebnisse und Empfehlungen wurden an das Ministerium für Inneres, Justiz und Wirtschaft weitergeleitet. Hier gibt man sich im Moment noch zugeknöpft, da die Regierung dies erst beraten müsse, wie es auf Nachfrage hiess.

Berufsschau gestrichen

Ähnliches gilt für die Befragung der Wirtschaftskammer zur Berufswahl 2014. Hier konnte das «Volksblatt» jedoch in Erfahrung bringen, dass als Konsequenz die Berufsschau für Schüler – erstmals im Jahr 2000 durchgeführt und bislang sechs Mal ausgetragen – ab sofort gestrichen sei. Stattdessen wolle die Wirtschaftskammer im Jahr 2016 eine völlig neue Plattform einrichten, wie Geschäftsführer Jürgen Nigg bestätigte.

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