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Das Gewerbe wurde hart getroffen

Über 100 Vertreter der Gewerblichen Industrie Liechtenstein kamen gestern Abend zum traditionellen Neujahrsapéro in das Foyer des Vaduzer Saals. Nach einem interessanten Erlebnisreferat folgte eine kurze Podiumsdiskussion zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses.

Magnus Tuor, Präsident der Gewerblichen Industrie Liechtenstein (GIL), freute sich über die zahlreich erschienenen Gäste beim Neujahrsapéro und liess bei der Begrüssung besonders Adrian Hasler seine Wertschätzung entgegenkommen. Der Regierungschef hatte sich kurzfristig bereit erklärt, aus aktuellem Anlass an einer Diskussion zum Nationalbank-Entscheid vom 15. Januar und dessen Auswirkungen teilzunehmen. Zunächst stand jedoch ein aussergewöhnliches Referat von André Huber auf dem Programm.

«Unser Gehirn ist ein Spassvogel»

Der Gedächtnistrainer fand vor 16 Jahren zu seinem heutigen Beruf, als er auf dem Flughafen verzweifelt sein Auto suchte, dieses jedoch nicht fand: «Als ich dann in der Hosentasche ein Zugticket fand, war mir klar, wieso nicht», erzählte er einleitend. Er zeigte mit einer einfachen und spassigen Methode, wie man sein Gedächtnis langfristig verbessern kann. Basis der Vorführung war die altgriechische Mnemo-Technik, welche auf Bildern, Fantasie und Kreativität beruht. «Egal ob Zahlen, Namen, Vokabeln, schwierige Formeln oder ein Manuskript für eine Rede – entscheidend ist, dass Sie das zu Lernende mit lustigen Bildern und vielen Gefühlen verbinden», erklärte André Huber. «Je fantasievoller, absurder und verrückter die bildhaften Vorstellungen sind, desto besser. Unser Gehirn ist ein Spassvogel. Es will gefüttert werden!»

«Situation in den Griff bekommen»

Bei der anschliessenden Diskussion zur Aufhebung des Euro- Mindestkurses zeigten Regierungschef Adrian Hasler, Edi Zorc von der Landesbank und Arnold Matt von der Wirtschaftskammer Liechtenstein ihre Betroffenheit über die Geschehnisse der letzten Tage. «Das Gewerbe wurde hart getroffen, und da die Nationalbank unabhängig ist, können wir hier in Liechtenstein nur mit optimalen Rahmenbedingungen punkten», sagte der Regierungschef. Gegenmassnahmen gebe es keine. Vom Sprung in das kalte Wasser sprach Arnold Matt. «Mir gingen zunächst viele Dinge durch den Kopf. Heute betrachte ich das Ganze mit etwas Abstand», erklärte der Wirtschaftskammer-Präsident. Man müsse sich nun unbedingt zusammensetzen und schauen, was im Bereich des Möglichen liege. «Ich persönlich setze mich für eine Senkung der Lohn- Nebenkosten ein. Diese liegt mir besonders am Herzen», erklärte er. Besonders betroffen zeigte sich auch Edi Zorc, Leiter Firmenkunden LLB. «Der Wechselkurs ist bis zu 20 Prozent gesunken, die Zinsen der Nationalbank wurden gesenkt. Das beschäftigt uns sehr und tut, ehrlich gesagt, auch weh», sagte er. Wichtig sei, dass nun jedes Gewerbe schaue, wo es stehe, und dann das Gespräch mit der jeweiligen Bank suche. «So können wir die Situation entsprechend einschätzen, schauen, was sie konkret bedeutet, und diese wieder in den Griff bekommen.»

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