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Feldkircher Tunnelprojekt vorgestellt

Eindrücklich Der 10. Baumeister-Apéro stand unter dem Thema «Infrastruktur Liechtenstein 2050». Es wurden zwei Mobilitätsprojekte vorgestellt: der Stadttunnel Feldkirch und die S-Bahn Liechtenstein.

Schwierige Zeiten sieht Beat Gassner, Präsident des Baumeisterverbandes Liechtenstein, auf die hiesige Baubranche zukommen. In seinen Grussworten am 10. Baumeister-Apéro gestern Abend in der Hofkellerei in Vaduz, betonte er, dass das Bauen je länger, je komplexer werde. Die Statistiken würden eine Abkühlung der Baukonjunktur zeigen, die Aufträge gingen zurück, die Investitionen im Bereich der Grossobjekte und der Hochbauten seien ebenfalls geschrumpft und zu allem käme ein Personalproblem hinzu. Es sei immer schwieriger, gut qualifizierte Lehrlinge zu akquirieren. Da im Land momentan viele Büros und Wohnungen leer stehen, würden es sich die Investoren zweimal überlegen, ein neues Bauprojekt in Angriff zu nehmen. Er hoffte, dass sich die Situation im Verlaufe des Jahres etwas entschärfen werde.

Einzigartiges Projekt

Anlässlich des Themas dieses Jubiläumsapéros «Infrastruktur Liechtenstein 2050» stellten im ersten Referat Arno Schwärzler und Bernhard Braza, beide vom Amt der Vorarlberger Landesregierung, das Grossprojekt des Stadttunnels Feldkirch vor. Sie zeigten auf, dass das grosse Prestigeprojekt seit rund 30 Jahren diskutiert und geplant werde. Aber nächstes Jahr soll dann endlich mit dem Bau begonnen werden. Als damals die Diskussionen begannen, wurde darauf geachtet, dass das ganze Projekt nicht über die Köpfe hinweg entschieden, sondern mit allen Beteiligten und Betroffenen zusammen durchdiskutiert wurde. Die Planer hätten diverse Varianten zur Verkehrsentlastung Feldkirchs durchgespielt, unzählige Pläne wurden erstellt, und es mussten vor allem alle rechtlichen Vorgaben mit in die Planung der Baudurchführung und das Bewilligungsverfahren einbedacht werden. Wer das Projekt einsehen wollte, konnte dies zwar tun, hatte aber das Problem, dass er keinen Überblick über die zahlreichen Akten hatte. Da die Bevölkerung von Anfang an ihre Ideen mit einbringen konnte, herrscht unter ihr eine grosse Akzeptanz für das Projekt. Insgesamt werden 3850 Meter Tunnel gebaut, es gibt vier Verkehrsachsen und in der Mitte des Tunnels einen riesigen Kreisel mit einem Aussendurchmesser von 72 Metern Länge. Ein 290 Meter langer Schrägschacht und ein 70 Meter langer Vertikalschacht sorgen für frische Luft. Zusätzlich müssen vier neue Brücken und Unterführungen gebaut werden. Das Projekt wird etwa rund 230 Millionen Euro kosten. Der Baubeginn ist für 2016 vorgesehen und das Projekt soll in etwa 10 Jahren fertiggestellt sein.

S-Bahn brächte Entlastung

Markus Verling, Leiter des Amtes für Bau und Infrastruktur Fürstentum Liechtenstein, zeigte auf, wie die Mobilität am Beispiel der S-Bahn Liechtenstein in der Zukunft aussehen könnte. Leider sei das Projekt momentan aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt. Es würde sich aber zeigen, dass rund 2500 bis 4500 Personen täglich die S-Bahn benützen würden. Die Bahnhöfe würden attraktiv gestaltet und ins Buskonzept integriert. Zum Schluss zeigte ein Animationsfilm, wie die Gestaltung der Infrastruktur entlang der Strecke aussehen könnte. Der traditionelle Apéro rundete den Anlass ab.

 

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