Suchen

Diskriminiertes FL-Gewerbe

Liechtensteiner Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind, werden benachteiligt. Wirtschaftskammer und Regierung wollen diesen Missstand seit Längerem beseitigen. Nun sammelt die Wirtschaftskammer Unterschriften, um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

 

VADUZ. «Liechtensteiner Unternehmen werden diskriminiert: Sie werden von den schweizerischen Behörden resolut kontrolliert, erhalten keine Möglichkeit, länger als 90 Tage in der Schweiz zu arbeiten und müssen zudem vor Arbeitsbeginn eine Kaution hinterlegen», heisst es in dem Schreiben der Wirtschaftskammer, das adressiert ist an «Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Fürstentum Liechtenstein». Der Empfänger soll mit seiner Unterschrift bekräftigen, dass nun «gleich lange Spiesse» geschaffen werden, sprich: Die Wirtschaftskammer fordert ähnliche Regulierungen für Schweizer Unternehmen, die in Liechtenstein tätig sind. Hierfür wurde eigens eine Arbeitsgruppe mit dem Namen «Gleich lange Spiesse» eingesetzt.

Offene Türen beim Ministerium

Die Wirtschaftskammer rennt damit beim zuständigen Wirtschaftsministerium offene Türen ein; auch dort setzt man sich für «gleich lange Spiesse» ein: «Die Problematik ist seit Längerem bekannt. Wir sind ebenfalls der Ansicht, dass in Bezug auf die grenzüberschreitende Dienstleistungserbringung mit der Schweiz gleich lange Spiesse eingeführt werden sollen», sagt Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer. «Wir suchen bei jeder Gelegenheit das Gespräch mit der Schweiz, sei es bei den jährlichen Treffen mit der St. Galler und Graubündner Regierung oder auch im Rahmen von Treffen mit den zuständigen Bundesräten.»

Vorschlag in Arbeit

Bald können Ergebnisse präsentiert werden: Das Ministerium für Inneres, Justiz und Wirtschaft sowie die hiervon betroffenen Amtsstellen Amt für Volkswirtschaft und Ausländer- und Passamt arbeiten derzeit an einem Umsetzungsvorschlag. Das ist jedoch keine triviale Angelegenheit: «Die heute geltenden Regelungen im Bereich der grenzüberschreitenden Dienstleistungserbringung zwischen Liechtenstein und der Schweiz sind komplex, zumal für deren Beurteilung mehrere nationale Rechtsakte herangezogen werden müssen», sagt Thomas Zwiefelhofer.

Die Schweizer Vorschriften, an denen sich die Liechtensteiner Unternehmen stossen, gehen zurück auf einen Rahmenvertrag zwischen Liechtenstein und der Schweiz vom 3. Dezember 2008. Die Inkraftsetzung des Schengen-Abkommens in der Schweiz und in Liechtenstein machte damals eine Anpassung der Rechtsgrundlagen für die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Schweiz und Liechtenstein nötig. Der von Regierungschef Otmar Hasler und Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf unterzeichnete Vertrag trat am 19. Dezember 2011 in Kraft.

Morgen, Samstag, im «Wirtschaft regional»: Die Hintergründe zum Thema sowie Reaktionen aus der Schweiz und Liechtenstein.

 

« Index

Seite drucken | Seite senden

Copyright © Wirtschaftskammer Liechtenstein. Alle Rechte vorbehalten. » Impressum & Datenschutz

www.volksbank.li