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Wirtschaft zwischen Hoffen und Bangen

Diskussion «Ungleiche Spiesse» und «Währungsschock»: Das Gewerbe und die Industrie kämpfen an vielen Fronten, in der Podiumsdiskussion wurden diese Punkte beleuchet.

Debattierten über die Herausforderungen der Wirtschaft, von links: Heinz Knecht (LLB), Klaus Risch (LIHK),?Arnold Matt (Wirtschaftskammer) und Thomas Zwiefelhofer (Wirtschaftsminister). (Fotos: Michael Zanghellini)

Dass Liechtensteiner Unternehmen in der Schweiz mit hohen Hürden zu kämpfen haben, ist zwar nicht neu, aber akut. Daher nahm es in der von Karlheinz Ospelt moderierten Diskussion auch den grössten Raum ein. Wirtschaftskammerpräsident Arnold Matt gestand der Politik zu, dass das Thema nicht so einfach sei. Kürzlich habe es in einem Leserbrief geheissen, man solle halt mal mit dem Schweizer Bundesrat Schneider-Amann reden. Das sei natürlich schon oftmals passiert, betonte Matt. Er selber sei damals mit dem früheren Wirtschaftsminister Martin Meyer in Bern gewesen und habe dort mit wichtigen Leuten diskutiert. Man habe jedoch schlicht auf Granit gebissen. Er ist optimistisch, dass eine im St. Galler Kantonsparlament eingereichte Interpellation, etwas Bewegung in die Sache bringt.

Regierung muss dranbleiben

«Eine Interpellation in St. Gallen bringe das Anliegen noch nicht sehr viel weiter», dämpfte Wirtschaftsminister Zwiefelhofer die Hoffnung. Allerdings betonte er, dass die Berichterstattung über die Kundgebung dem Anliegen sicher Rückenwind gegeben habe. «Wir müssen schauen, dass wir da dranbleiben. Wenn es eine Lösung gibt, die auf beide Seiten geht, dann umso besser.» Ansonsten müsse Liechtenstein den Vertrag einfach auch so umsetzen wie die Schweiz. Allerdings mahnte er, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Es dürfe nicht darin enden, dass auf beiden Seiten die Bürokratie erhöht werde und man sich da gegenseitig hochschaukle.
Dem pflichtete Klaus Risch, Präsident der Liechtensteiner Industrie- und Handelskammer, bei. «Uns wäre lieb, wenn diese gleichlangen Spiesse möglichst liberal wären. Aber ich habe natürlich Verständnis für das Anliegen des Gewerbes.» Er hofft, dass die Schweiz einsieht, dass das Rheintal ein enger Markt ist und dass in diesem Markt grosszügigere Regeln gelten sollten. Allerdings fügte er bei, dass er die Tendenz, den eigenen Markt zu schützen, auch in anderen Ländern erkenne. Das sei international ein Thema, mit dem gros­se Firmen zu kämpfen hätten. Noch mehr Sorgen bereiteten der Industrie jedoch die Währungsschwankungen – nicht nur der Euro-Kurs, sondern auch der Zerfall des Rubels und anderer Währungen seien eine gros­se Herausforderung.
Einen Lichtblick kann er jedoch in den USA erkennen, dort habe sich die Konjunktur wieder stabilisiert und das helfe auch vielen Liechtensteiner Firmen.

 
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