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Jugendliche sollen wählen können

Lehrstellenzusage Für Jugendliche, die nächsten Sommer eine Lehre beginnen möchten, beginnt die heisse Phase.

Denn für die Lehrstellenvergabe gilt der 1. November als Stichtag. Nicht alle halten sich jedoch daran.

Bei vielen Lehrbetrieben fallen bereits im Herbst die Würfel,welcher Jugendliche für welche Lehrstelle eingestellt wird. Seit Jahren ist allerdings vor allem in der Schweiz der Trend spürbar, dass das Zusagedatum immer weiter nach vorne verschoben wird. Teilweise werden Lehrstellen bereits in den Sommerferien, also ein ganzes Jahr vor Lehrbeginn, vergeben. Der einst in der Schweiz und Liechtenstein gültige Stichtag, der 1. November, wird von vielen Betrieben ignoriert. «Da wir uns in einem regionalen Rekrutierungsraum befinden, spüren natürlich auch unsere Lehrstellensuchende diese Verlagerung», sagt Werner Kranz, Leiter vom Amt für Berufsbildung und Berufsberatung.

Bewusst mit Berufswahl auseinandersetzen

Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben sich vor drei Jahren der Liechtensteinische Bankenverband, die Liechtensteinische Treuhandkammer und die Arbeitsgruppe Industrie Lehre (Agil) der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK) zusammengeschlossen und rufen zu «Fairplay bei der Lehrstellenvergabe» auf. Es gilt das Credo, die Lehrstellenzusage jeweils frühestens am ersten Arbeitstag nach dem 1. November zu erteilen.

«Die Jugendlichen sollen genügend Zeit haben, sich bewusst mit ihrer Berufswahl auseinandersetzen zu können. Sie sollen nicht aus Druck der erstbesten Stelle zusagen müssen», sagt Brigitte Haas, stellvertretende Geschäftsführerin der LIHK, auf Anfrage. Oft sei es auch so, dass die Schüler im letzten Schuljahr ihre Noten noch um einiges verbessern können. «Die Aktion ist eine gute Sache; sie gibt den jungen Leuten mehr Planungssicherheit», begrüsst Werner Kranz den Aufruf der Verbände.

Weniger Schulabgänger mehr Lehrstellen

Der Grund für die frühere Lehrstellenvergabe sieht Brigitte Haas in der Tatsache, dass es immer weniger Schulabgänger auf mehr Lehrstellen gibt. Der demografische Wandel spielt dabei eine grosse Rolle.

Dazu kommt, dass sich viele Jugendliche für den schulischen Weg entscheiden und das Gymnasium oder eine Fachhochschule besuchen. «Viele Betriebe haben das Gefühl, dass sie keine Lehrlinge mehr finden», sagt Brigitte Haas.

Auch Jürgen Nigg von der Wirtschaftskammer bestätigt, dass es immer schwerer wird, Lehrlinge zu rekrutieren. «Vor allem Kleinbetriebe, die oft nicht als erste Wahl angesehen werden, tun sich schwerer », sagt er. Auch wenn die Wirtschaftskammer sich «Fairplay» nicht angeschlossen hat, unterstützen sie den

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