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«Brauchen ein starkes Gewerbe»

Die gestrige Jahresversammlung der Wirtschaftskammer war für den Präsidenten Arnold Matt ein spezieller Anlass, denn er übergab sein Amt nach 17 Jahren an Rainer Ritter von der Ritter Auto AG in Mauren. Zudem wurde er wegen seinem Engagement zum Ehrenmitglied ernannt.

VON MELANIE STEIGER

Nach 17 Jahren als Präsident und zuvor sieben Jahre im Vorstand der Wirtschaftskammer, war für Arnold Matt nun der Zeitpunkt gekommen, sein Amt weiter zu reichen. «Ich habe mir diesen Entscheid gut überlegt und er ist mir nicht leicht gefallen», erzählte Matt gestern Abend bei der elften Jahresversammlung der Wirtschaftskammer Liechtenstein. Der Anlass fand in Vaduz bei der Firma Zandanell AG statt. Zwar würde seine Amtszeit noch zwei Jahre dauern, jedoch möchte er sich mehr in seinem eigenen Geschäft einbringen. «Darum kann ich mich nicht mehr so seriös wie ich möchte bei der Wirtschaftskammer einbringen», begründete er seinen Entscheid. Doch er kann mit gutem Gewissen gehen, denn er hinterlässt eine ge sunde Wirtschaftskammer.

Standing Ovation für Matt

Auch viele seiner Projekte konnte er abschliessen. Dazu gehören unter vielen anderen die «gleich langen Spiesse», die Erweiterung des Bildungsangebotes, die freie Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer oder die Initiative Familie und Beruf. Trotz einer Niederlage brachte er einen Anstoss mit Nachdruck hervor. «Mit den vier Regierungschefs während meiner Amtszeit war ich zwar nicht immer gleicher Meinung, aber wir haben unser Bestes versucht», so Matt. Für die Zukunft sieht er vor allem im Bereich Marketing noch viel Arbeit. Die Kundenbetreuung könnte noch besser ausgebaut werden, um vermehrt auf die Wünsche der Kunden einzugehen. Nach seiner Rede trat ein emotionaler Moment ein und Arnold Matt erhielt von den Anwesenden eine Standing Ovation.

Für den Wirtschaftsminister Daniel Risch war Arnold Matt die Wirtschaftskammer, denn er kann sich an keinen anderen Präsidenten mehr erinnern. «Liechtenstein braucht ein starkes Gewerbe, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die handwerklichen Fähigkeiten haben an Stellenwert zugelegt, das ist eine gute Basis für den Standort», führte Risch aus. «Die Bürokratie und Regelungen sollen zurückgebaut werden und wir möchten die Mitgliedschaft im EWR besser nutzen.» Zudem kam er auf die Digitalisierung zu sprechen. Ihm sei bewusst, dass sie Existenzängste schü re. «Wir können uns aber nicht davor verschliessen und müssen offen für Veränderungen bleiben», betonte er.

Austritte wegen Liquidation

Die Ausführungen zur Jahresbilanz hielt Jürgen Nigg, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer. «Sonderpositionen, die zum Teil budgetiert oder nicht budgetiert waren, haben sich niedergeschlagen», erläuterte er. Zu diesen Posi tionen gehören etwa die Olma sowie die Lihga und andere Beteiligungen. Weiter reduzierte sich das Umlaufvermögen der Wirtschaftskammer. Auch Austritte verzeichnete sie im 2016. «Die Hauptbegründung war die Liquidation. Nicht nur Start-ups brauchen Unterstützung, sondern auch bestehende Firmen», appellierte Nigg in die Runde. Zwar schrieb die Wirtschaftskammer für das Jahr 2016 einen Verlust von 1255,44 Franken, ist aber trotzdem mit dem Resultat zufrieden. «Erfreulich ist auch der einigermassen konstante Liegenschaftserfolg», freute er sich. Für das Jahr 2017 geht die Wirtschaftskammer von einem ähnlichen Ergebnis aus wie 2016.

Nachdem die Jahresrechnung genehmigt wurde, erhielt Rainer Ritter das Wort. Er führt die Ritter Auto AG in Mauren in zweiter Generation. «1996 bin ich in das Geschäft meines Vaters eingestiegen und 2003 habe ich es übernommen», erzählte er. Er habe sich für das Präsidialamt entschieden, weil er bereits im Vorstand der Wirtschaftskammer Einsicht in die Tätigkeiten erhielt und darum wisse, was auf ihn zukomme. Nach seiner kurzen Ansprache übergab Arnold Matt das Zepter an Rainer Ritter. Darauf trat Ehrenvizepräsident Hans-Peter Tschütscher ans Rednerpult und beschrieb Matt als visionär, gradlinig, offen und provokativ, was es auch gebraucht habe. «Sobald ein Projekt fertig war, ergriff er das nächste», berichtete er. Anschliessend ernannte er ihn zum Ehrenmitglied der Wirtschaftskammer.

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