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News

«Wenn Bauen, dann jetzt»
Trotz steigender Preise, tiefer Hypothekarzins macht Bauen attraktiv
 
Freitag, 13. August 2010 01:00
Volksblatt, Jan Miara

Die Kosten für den Hausbau haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Seit 2006 sind die Preise für ein Eigenheim um 14 Prozent gestiegen. Die Gründe für die anwachsenden Kosten haben sich aber nicht verändert. «Die steigenden Ausgaben sind auf die Teuerung von verschiedenen Materialien wie Beton, Stahl oder Isolationen zurückzuführen», sagt Beat Gassner, der Präsident des Baumeisterverbandes Liechtenstein und führt aus: «Zudem haben wir in Liechtenstein vonseiten der Bauvorschriften einen sehr hohen, kostspieligen Standard. Oft haben die Kunden auch noch individuelle Wünsche. Diese vielen kleinen Beträge summieren sich und ergeben den hohen Endpreis.»

Kein Ende in Sicht

Ein Ende der Teuerung ist bislang nicht in Sicht. Denn da in Liechtenstein nicht viel Boden zur Verfügung steht, werden die Preise weiter ansteigen. Und das stellt die Bauherren, Ingenieure und Architekten vor eine grosse Herausforderung. Denn die Konkurrenz für den Hausbau ist gross. Dadurch scheuen sich viele  nternehmen, die Mehrkosten an die Kunden weiterzugeben. «Der Mehrbetrag wurde in den vergangenen Jahren oftmals von den Baufirmen geschluckt», sagt  assner. Wie können die verschiedenen Häuslebauer denn aber überhaupt noch gesund wirtschaften? «Obwohl der Traum vom Eigenheim immer kostspieliger wird,
ist die Auftragslage bei den Privatbauten hoch», sagt der Präsident des Baumeisterverbandes und erklärt: «Was das Bauen momentan so attraktiv macht, sind die extrem tiefen Hypothekarzinsen. Wenn jemand bauen will, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dazu.» Für Normalverdiener wird es dennoch immer schwieriger, sich
den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Keller und Garage belaufen sich die Kosten nach heutigem Stand auf rund 750 000 Franken – ohne das passende Grundstück wohlgemerkt. «Rechnet man noch den Bodenpreis dazu, muss man mit einem Endbetrag von rund 1,2 Millionen Franken rechnen», so Gassner.

Mehrfamilienhäuser gefragt

Darum werden in Liechtenstein auch immer häufiger Mehrfamilienhaus Projekte und Wohnanlagen realisiert. «Dieser Trend ist ganz klar erkennbar», bestätigt Gassner und ergänzt: «Wie gesagt, die Auslastung ist generell gut – trotz hoher Preise. In unserer Branche braucht es aber endlich bessere Rahmenbedingungen.» Und da sind alle involvierten Parteien gefordert. Ob Bauherren, Ingenieure, Architekten, Kunden und sogar die Regierung. «Denn die Aussichten werden sich in den kommenden Jahren nicht verbessern. Der Konkurrenzdruck steigt und irgendwann kann das auch die Existenz von Unternehmen gefährden.»


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