Prävention Ein Arbeitsunfall in einem Gewerbebetrieb verursacht Ausfallskosten von 1000 Franken pro Tag. Für den Betrieb und den Arbeitnehmer. Darum gilt es, Unfälle zu vermeiden.
Die Sache ist eigentlich nicht neu. Denn nach dem Arbeitsgesetz mit zugehöriger Verordnung aus dem Jahr 1967 ist jeder gewerbliche Arbeitgeber verpflichtet, für gesundheitssichere Arbeitsplätze in seinem Betrieb und für die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen und -standards zu sorgen. In einer Schreinerei braucht es Gehörschutzbügel gegen Lärm, Sicherheitsabdeckungen beim Sägen, auf dem Bau gilt konsequente Helmtragepflicht, eventuell auch Handschuhpflicht bei diversen Arbeitsgängen. Es braucht in manchen Betrieben Sicherheitsschuhe mit oder ohne Stahlkappen. Alles soweit bekannt. Müsste man meinen. Denn nach wie vor führt das Amt für Volkswirtschaft rund 400 Betriebsbesuche pro Jahr durch, um die einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen zu kontrollieren. Und nicht in jedem Betrieb wird immer sicher gearbeitet. Sei es, weil ein Arbeitnehmer einmal einfach auf seinen Helm verzichtet oder auf die Abdeckung beim Sägen, oder weil der Arbeitgeber nicht genau genug auf die Einhalt ung der Sicherheitsstandards achtet, oder Sicherheitsvorkehrungen nicht laufend wartet und gegebenenfalls erneuert. Bei den 400 Betriebsbesuchen kontrollieren die Sicherheitsbeauftragten vom Amt für Volkswirtschaft in ca. 50 Fällen die Sicherheitssysteme in Betrieben, in ca. 40 Fällen die korrekte Einhaltung von Arbeits- und Ruhezeiten, ca. 170 Kontrollbesuche gelten Baustellen und in ca. 20 Fällen pro Jahr werden Abklärungen nach Berufsunfällen getroffen. Zudem bietet das Amt für Volkswirtschaft Beratungsgespräche für Betriebe an. Punkto Sicherheitsanforderungen werden Betriebe in vier Kategorien unterteilt und bewertet: Betriebe mit mehr und mit weniger als 20 Mitarbeitern und besonderen Gefährdungen werden gesondert geführt, ebenso Betriebe mit mehr und mit weniger als 50 Mitarbeitern und besonderen Gefährdungen.
Sinkende Zahl an Arbeitsunfällen
Die relativ hohe Zahl an Kontrollen –mehr wäre allerdings kontraproduktiv und würde von Arbeitgebern als quasi «misstrauische Nachschauerei» seitens des Amtes gewertet, wie der Geschäftsführer der Wirtschaftskammer, Jürgen Nigg, erklärt – die relativ hohe Zahl an Kontrollen also sowie auch die konsequente Aufklärungsarbeit seitens des Amtes für Volkswirtschaft haben in den letzten zehn Jahren deutliche Früchte getragen. So sank die Zahl der jährlichen Arbeitsunfälle vom Jahr 2000 auf 2010 um 20 Prozent. Im selben Zeitraum stieg hingegen die Zahl der NBU-, also der Freizeitunfälle, ebenfalls um 20 Prozent, was auf ein riskoreicheres Freizeitverhalten der Menschen schliessen lässt und auf die Zunahme riskoreicherer Sportarten.
Gut und einfach handhabbares Buch
Doch für den Freizeitbereich ist das Amt für Volkswirtschaft nicht zuständig. Sehr wohl aber für den Arbeitsbereich in der gewerblichen Wirtschaft. Um die Sicherheitsstandards in Gewerbebetrieben weiter zu fördern und die Beratung zu verbessern, hat die Wirtschaftskammer soeben eine neue Partnerschaft mit dem diplomierten Sicherheitsberater Gabriel Hoop (Geschäftsführer HSB) abgeschlossen. Dieses neue Sicherheitshandbuch für Arbeitgeber im Gewerbe ist ab sofort bei der Wirtschaftskammer oder direkt bei der Hoop Sicherheitsberatung erhältlich. Gabriel Hoop bietet Betrieben zudem ein Beratungspaket mit Vor-Ort-Besuchen in Betrieben und individueller, auf jeden Betrieb zugeschnittenen Sicherheitsberatungen an. PS: Das neue Sicherheitshandbuch, welches als praktikable liechtensteinische Lösung die zahllosen bisherigen Sicherheitshandbücher aus der Schweiz ersetzt, kostet ca.1200 Franken. Wenn man bedenkt, dass ein Arbeitsunfall (mit Ausfall des Mitarbeiters, Pflege- evtl. sogar IV-Kosten und weiteren Versicherungskosten) wie schon erwähnt 1000 Franken pro Tag kostet, so sind mit ordentlicher Prävention und der Einhaltung der im neuen liechtensteinischen Sicherheitshandbuch beschriebenen Vorkehrungen die Kosten für das dieses in gut einem Tag hereingespielt.