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1000 Krankheiten – eine Gesundheit
 
Samstag, 2. Juli 2011 01:00
Liechtensteiner Vaterland

Das Bedürfnis nach Alternativmedizin ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Deshalb informierten die Naturheilkunde und die Komplementärtherapie Liechtenstein an der gestrigen Pressekonferenz über ihre Aufgaben und Ziele.

Schaan. – Momentan gäbe es im liechtensteinischen Gesundheitswesen die Schulmedizin und die Alternativmedizin. Die Nachfrage nach Letzterer sei in den letzten Jahren rapide angestiegen, so Silvio Tribelhorn, Vertreter der Naturheilkunde Liechtenstein. Allerdings  gäbe es nach wie vor eine Menge Skeptiker. Begriffe wie Kräuterhexen oder Wurzelmänner würden nicht selten in diesem Zusammenhang fallen, so Tribelhorn weiter. Diesem Halbwissen oder auch Nichtwissen möchten die beiden Sektionen der Wirtschaftskammer Liechtenstein, Naturheilkunde Liechtenstein und Komplementärtherapie Liechtenstein, endlich ein Ende setzten.

Gemeinsam für die Sache kämpfen
Die beiden Sektionen machen nun gemeinsame Sache. Mit einer umfangreichen Gesundheitskampagne namens «kerngesund» wollen sie die liechtensteinische Bevölkerung über die Alternativmedizin informieren und sie somit sensibilisieren. «Das gemeinsame Ziel ist es, die Alternativmedizin als eine nicht mehr wegzudenkende Alternative zur Schulmedizin in Liechtenstein zu etablieren», so Tribelhorn. Um dies zu erreichen, werden die alternativen Behandlungsmethoden und Therapien in den nächsten Monaten näher vorgestellt. Auf der gemeinsamen Webseite werden Informationen, Gesundheitstipps und öffentliche Veranstaltungen rund um das Thema Alternativmedizin veröffentlicht. Ausserdem ist dort auch eine Auflistung der rund 30 Therapeuten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen der Alternativmedizin zu finden.

Komplementärtherapie
«Den Menschen individuell und als Ganzes verstehen, ihn zu begleiten, um seine körperliche, seelische und geistige Gesundheit zu fördern, ist das wichtigste Anliegen der natürlichen Behandlungsmethoden der Komplementärtherapie », so Harald Reiterer, Vertreter der Komplementärtherapie Liechtenstein. Mit rund 20 Komplementärmethoden von Akupunkturmassagen über Bewegungs- und Tanztherapie bis hin zur Yogatherapie soll ergänzt werden, was der Mensch für die Gesundheit und zum persönlichen Wohlbefinden noch braucht. Zum Einsatz kommen lediglich manualtherapeutische Techniken und Hilfsmittel, jedoch keine Medikamente. Dies ist der wesentlichste Unterschied zur Naturheilkunde.

Naturheilkunde
Die zweite Sektion der Alternativmedizin in Liechtenstein ist die Naturheilkunde. Hierbei geht es vor allem darum, mit verschiedenen Therapiemethoden, welche auf bis zu 5000- jähriger Erfahrung basieren, die Widerstands- und Selbstheilungskräfte mit natürlichen Mitteln anzuregen und zu festigen. Dabei will man in erster Linie nicht gegen eine Krankheit, sondern für eine Wiederherstellung der Gesundheit wirken. «Im liechtensteinischen Gesundheitsgesetz werden unter dem Beruf der Naturheilpraktiker die Homöopathie, die traditionelle chinesische Medizin und die traditionelle europäische Naturheilkunde zusammengefasst», so Silvio Triebelhorn.

Grenzen setzen
Mit den Komplementärmethoden als auch mit den Naturheilmethoden könne man akute und chronische Beschwerden behandeln. Man müsse aber auch Grenzen setzen, diese wären immer dort zu setzen, wo ärztliche oder chirurgische Massnahmen erforderlich seien und wo die Selbstheilungskräfte und die Unterstützung des Therapeuten zur Behandlung, Heilung oder Linderung der Beschwerden nicht mehr ausreichen würden.

Die Sektionen Komplementärtherapie und Naturheilkunde Liechtenstein würden hohe Anforderungen an die Ausbildung und die Ethik ihrer Mitarbeiter stellen und diese auch stetig überprüfen. Nur wer die strengen Qualitätskriterien des Amtes für Gesundheit erfülle, erhalte die Bewilligung zur Berufsausübung und wird als Mitglied aufgenommen.

Wer bezahlt?
Patienten, die über eine entsprechende Zusatzversicherung verfügen, können sich einen Teil der Leistungen rückvergüten lassen. Dies geht aber nur, wenn die Methode und der Therapeut bei der Krankenkasse anerkannt ist. Ob ein Therapeut bei der Krankenkasse anerkannt ist, habe in der Regel nichts mit der Qualität der Behandlung zu tun. Es sei mehr eine persönliche Entscheidung des Therapeuten, ob er den Weg über die Krankenkasse gehen will oder nicht. Ist er von der Krankenkasse anerkannt und verfügt der Patient über die nötigen Versicherungen, so trägt die Kasse 75 Prozent der Kosten, für die restlichen 25 Prozent muss der Patient selber aufkommen.

«Die Alternativmedizin hat diesbezüglich einen Wettbewerbsnachteil gegenüber der Schulmedizin. Diesen gilt es wettzumachen», so Gesundheitsministerin Renate Müssner. «Da es weiterhin viele Skeptiker gibt, ist es wichtig, intensiv zu informieren und somit die Bevölkerung zu sensibilisieren. Ich denke, die neue Kampagne ist ein grosser Schritt in die richtige Richtung.»


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