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Staatsoberhäupter bekennen sich zum dualen Bildungssystem
 
Dienstag, 27. September 2011 10:00
Liechtensteiner Volksblatt

Meinungsaustausch Das gestrige Treffen der Staatsoberhäupter deutschsprachiger Länder stand ganz im Zeichen der Bildung. Auch die europäische Schuldenkrise sowie die Entwicklungen im Nahen Osten standen auf der Traktandenliste.




Wie Erbprinz Alois bei einer Medienkonferenz auf Schloss Vaduz ausführte, gingen die Teilnehmer zuerst auf die innenpolitische Situation ihres Staates ein, um im Anschluss zukünftige Herausforderungen zu diskutieren. Neben dem Schwerpunkt Bildung stand die europäische Schuldenkrise im Mittelpunkt des traditionellen Meinungsaustausches. Gemäss dem österrei chischen Bundespräsidenten Heinz Fischer sind diese beiden Themen eng verwoben; angesichts der «schwierigen und ernsten» Lage Europas lautete sein Resümee der Gespräche: «Investitionen in Bildung und Forschung sind die sinnvollsten und wichtigsten Massnahmen, die innerhalb und ausserhalb Europas in der gegenwärtigen Situation getroffen werden müssen.» Bildung müsse auch in Zukunft Priorität geniessen.

Export des dualen Bildungssystems

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass das in den deutschsprachigen Ländern verankerte duale Ausbildungssystem ein Erfolgsfaktor ist – und dass die Zusammenarbeit in diesem Bereich ausgebaut werden soll, so die Schweizer Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey. Erbprinz Alois bekräftigte seinerseits, dass das duale System Jugendarbeitslosigkeit weitgehend verhindert; der deutsche Bundespräsident Christian Wulff zeigte sich sogar überzeugt davon, dass dieses Konzept sich angesichts der positiven Resultate als «Exportschlager» deutschsprachiger Länder erweisen könnte. Zudem betonte er, dass in Zukunft die frühkindliche Bildung einen höheren Stellenwert erhalten müsse.Auch weltpolitische Themen wurden beim gestrigen Treffen debattiert. So verwies Heinz Fischer darauf, dass der Antrag auf Anerkennung des palästinensichen Staates bei der UNO weder unsittlich noch rechtswidrig sei; aus diesem Schritt von Seiten der Palästinenser solle man nun das Beste machen. Alle Anwesenden begrüssten, dass die Friedensverhandlungen mit Israel dadurch wieder in Gang gebracht werden sollen. Christian Wulff nahm in dieser Hinsicht alle Staaten des Nahen Ostens in die Pflicht, ihrerseits das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

Forschungsstandort Liechtenstein

Während die Staatsoberhäupter am Vormittag auf Schloss Vaduz tagten, besichtigten ihre Ehepartner die Forschungsabteilung der Hilti in Schaan, um «mehr über den Forschungsstandort Liechtenstein zu erfahren», so Erbprinz Alois. Dieser Aspekt sei im Ausland kaum bekannt, obwohl die Industrie relativ gesehen der grösste Wirtschaftsfaktor des Landes sei. Am Nachmittag standen der Besuch des Landesmuseums sowie des Landtagsgebäudes auf dem Programm. Dort trafen die Teilnehmer des Treffens auch auf Landtagsabgeordnete und Mitglieder der Regierung.


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